Grüner Gockel

 

In der Badischen Landeskirche gibt es den "Grünen Gockel", ein Bündel von Maßnahmen zu umweltgerechtem Handeln im kirchlichen Bereich. Auch in unserer Kirchengemeinde beschäftigt sich ein Umweltteam mit diesem Themenbereich.
 
Man denkt in erster Linie natürlich an Energie- und Wasserverbrauch sowie Abfallvermeidung. Aber auch unser aller Einkaufsverhalten spielt in der Gesamtbetrachtung eine wichtige Rolle, es hat Auswirkungen in vielerlei Hinsicht. Uta Kruk hat hier viele nützliche und sehr konkrete Tipps zusammengetragen für sinnvolles, abfallarmes, nachhaltiges und auch ethisch vertretbares Einkaufen in und um Walzbachtal.
 

Wie kann das gehen?

 
Mit gutem Gewissen einkaufen
 
- Mengen angepasst an Personenzahl im Haushalt, um wenig wegwerfen zu müssen
- nicht hungrig einkaufen gehen, Hunger verführt zum übermäßigen Einkauf
- ein Einkaufzettel kann hier hilfreich sein
- Tierwohl beachten beim Fleisch- und Eierkauf
 
Anders einkaufen: ökologisch und nachhaltig
 
- beim Erzeuger in der Nähe (regional)
- biologisch, ohne synthetischen Pflanzenschutz oder im integrierten Pflanzenschutz* erzeugte
  Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Getreide
- Einkaufsmöglichkeiten bevorzugen, die mit Fahrrad, zu Fuß oder ÖPNV erreichbar sind,
   z.B. Bauern- und Bioladen in der Nähe, Wochenmarkt, ausgewählter Supermarkt oder beim Bauern
   direkt auf dem Feld, z.B. Solawi**
 
Verpackungsarm bzw. unverpackt einkaufen
 
- Tüten, Beutel, Einkaufsnetze, Gefäße, Gläser zum Einkaufen mitnehmen und unverpackte Lebensmittel
   einkaufen, dann lassen sich die gebrauchten Mengen besser abschätzen
- Märkte und Geschäfte bevorzugen, die unverpackte Lebensmittel anbieten (Unverpacktläden***)
 
Fair und sozial einkaufen  
 
- Kaffee oder Tee und Gewürze aus Eine-Welt-Läden
- Solidarische Landwirtschaft (Solawi*) in der Umgebung unterstützen
- faire Löhne und Preise für Bauern, faire Arbeitsbedingungen für Landarbeiter
  unterstützen
- Verkauf ab Hof und Feld
 
 

Unsere Möglichkeiten in Walzbachtal:

 
Fleisch und Fleischwaren:
 
- Metzgerei vor Ort verkauft Fleisch und Fleischwaren von Tieren aus den benachbarten Höfen
  in Binsheim,
- Verkaufswagen aus Binsheim kommt mehrmals pro Woche mit Fleisch aus eigener Produktion:
   Dienstag- und Donnerstagvormittag auf dem Kirchplatz in Jöhlingen
   Freitagnachmittag vor dem Bauernladen in Wössingen
 
Frisches Gemüse und Obst der Saison, Getreide aus der Region:
 
- teils Bio, teils aus integriertem Pflanzenschutz im Gemüseladen,
- Bauernladen mit großer Obstanlage (integrierter Pflanzenschutz* )
- im Supermarkt mit biologischem und regionalem Angebot. Vorsicht Verpackung!
- Bioladen in Weingarten, Bauernladen in Wöschbach
 
Brot und Backwaren:
 
Mehrere Bäckereien in Walzbachtal bieten Bio-Brote an. Aber auch Brot aus Kraichgaukorn wird viel verkauft. Kraichgaukorn wird im integrierten Pflanzenschutz angebaut.
 
 * Integrierter Pflanzenschutz : Hier werden zur Bekämpfung von Schädlingen Nützlinge eingesetzt
 
** Solawi = Solidarische Landwirtschaft : Eine bäuerliche Einkaufsgenossenschaft, die sich an Kosten und Arbeit beteiligt und dafür miternten kann.
 
*** Unverpackt-Läden: Diese Läden machen Schule, hier gibt es alles unverpackt, auch Kosmetika und Reinigungsmittel. Gefäße sind mitzubringen, werden am Eingang ausgewogen und beschriftet und am Ende gewogen und der Inhalt berechnet. Die Lebensmittel sind hochwertig und größtenteils biologisch erzeugt. Kosmetika und Putzmittel sind ebenfalls von hoher Qualität und umweltfreundlich.
Wo gibt es diese Läden?
- Unverpackt-Laden in Karlsruhe am Hauptbahnhof
- Unverpackt-Laden in Bretten, Melanchthonstraße 75/1
- „Tante M“-Laden in Karlsruhe, Rintheimer Str. 1
- neuer Unverpackt-Laden ab Ende Oktober mit kleinem Café im Neubau der AVG-Zentrale an der Durlacher Allee 75, Haltestelle Tullastraße
 
 
Wer mehr Information zu diesem Thema möchte, erhält sie hier:
 

 
Gottes gute Schöpfung zu bewahren, ist auch ein Auftrag an die Kirchengemein-den. Das gilt auch in Zeiten der Pandemie, wo nach Möglichkeiten zu suchen ist, sich und andere zu schützen und das Machbare zu erledigen.
 
In unserer Gemeinde ist es gelungen, einige wichtige Schritte zu gehen unter dem Motto "Energie sparen – Schöpfung bewahren". Unterstützung für den Prozess des Umweltmanagements erhalten wir durch das Büro für Umwelt und Energie des Oberkirchenrates. Er dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit einer Evaluation, die die Aufgaben für die folgenden zwei Jahre beschreibt. Die ersten Stufen des Prozesses "Energie-mission" haben wir durchlaufen.
 
Unter der Leitung von Manfred Rieß, dem Energiebeauftragten unserer Gemeinde, wurden Verbräuche gemessen, erfasst und bewertet. So ergab sich ein ganzheitliches Bild, welches zeigte, wo und wie Einfluss auf unseren grünen Fußabdruck genommen werden kann. Andere Themen der "Energiemission" kennen wir auch von zu Hause, zum Beispiel der Austausch der Leuchtmittel, das heißt Verabschieden von Glühbirnen zugunsten von LED Leuchten.
 
Weitere großen Projekte, zum Beispiel auch Solarzellen zur Stromgewinnung, stehen spätestens dann zur Diskussion, wenn ein ganzheitliches Konzept für die Heizung vorzulegen sein wird.
 
Zur Begehung wurde ein externer Energieberater hinzugezogen. Er gab entscheidende Hinweise zu Heizung, Stromverbrauch und Vor-gehen bei der Einstellung der Heizungspara
Das Konzept wurde dann von einem unabhängigen Fachmann geprüft und mit einem Testat versehen. Herr Rieß hat es dieser Tage erhalten.
 
Mit der Energiemission haben wir uns quasi warmgelaufen, um uns das Programm „Grüner Gockel“ vorzunehmen.
 
Unser Kirchengemeinderat hat mit Silke Meyring eine Umweltbeauftragte gewählt, die  als Ingenieurin ihr Fachwissen einbringen wird. Auch hier steht der Gedanke, Gottes gute Schöpfung zu bewahren und unsere Lebensweise umweltfreundlich zu gestalten im Mittelpunkt.
 
Wie bei der "Energiemission" geht es darum, Prozesse anzuregen, die eine kontinuierliche Verbesserung unseres Handelns im Sinne unserer Umwelt  gewährleisten. Der "Grüne Gockel" ist ein Umweltmanagementsystem, ein Prozess, kein Projekt, da er langfristige Wirkung erzielen will. Die Zielniveaus definieren wir selbst. Wir überprüfen auch regelmäßig unseren Fortschritt und nehmen Anregungen aus der Gemeinde auf.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage unserer Landeskirche. 
Sollten Sie Fragen haben oder Ideen einbringen wollen, die Arbeitsgruppe „Grüner Gockel“ freut sich darüber.
 
Kommen wir ins Gespräch.
 

 

Umweltleitlinien unserer Kirchengemeinde

Die Bewahrung der Schöpfung sehen wir als eine Kernaufgabe unserer Kirche. Das Lebensrecht aller Menschen und der Schutz von Umwelt und Natur sollen unser Handeln prägen. Im Rahmen unserer kirchlichen Arbeit verpflichten wir uns, mit den natürlichen Lebensgrundlagen sorgsam umzugehen, so dass weltweit auch künftige Generationen Raum zum Leben haben.
 
1.   Energieeinsparung
Besondere Bedeutung kommt dem sparsamen Umgang mit Energie, Wasser und Rohstoffen zu. Durch unser Handeln möchten wir die negativen Umweltauswirkungen kontinuierlich verringern.
2.   Umweltschutz
Wir wollen achtsam mit den Dingen des alltäglichen Lebens umgehen, Ressourcen schonen, Abfall vermeiden und eine umweltgerechte Entsorgung und Recycling ermöglichen. Wir verwenden umweltverträgliche Produkte.
3.   Beschaffung von Produkten
Wir legen Wert auf die Beschaffung fair gehandelter Produkte, möglichst regional erzeugt, aus biologischem Anbau unter Beachtung saisonaler Angebote. Bei tierischen Produkten wird auf artgerechte Haltung/Tierwohl geachtet. 
4.   Mobilität
Im Bereich der Mobilität möchten wir für umweltverträgliche Verkehrsmittel bei Gemeinde- oder Dienstfahrten, Freizeiten, Regio-Gottesdiensten und sonstigen auswärtigen kirchlichen Veranstaltungen sensibilisieren.
5.   Öffentlichkeitsarbeit
Die Gemeinde wird regelmäßig über unsere Aktivitäten im Gemeindebrief, im Amtsblatt und zu gegebenen Anlässen informiert. Soweit wie irgend möglich beziehen wir die Gemeindemitglieder durch Informationen, Projekte, Gesprächsangebote und Einladungen zur Mitarbeit in den Prozess ein. Wir möchten Erfahrungen mit anderen Einrichtungen, Institutionen und Initiativen austauschen.
6.   Umweltmanagementsystem
Zur Umsetzung unserer Grundsätze führen wir ein Umweltmanagementsystem ein. Das heißt wir erfassen und bewerten regelmäßig unsere Daten, Leistungen und Umweltauswirkungen und vereinbaren Ziele. Die Ergebnisse werden zur stetigen Verbesserung dokumentiert und geprüft.
7.   Gesetzliche Vorgaben
Das Umweltteam verpflichtet sich zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und ggfs. darüber hinaus zu weiteren Nachhaltigkeits- und Umweltschutzmaßnahmen.
 
Stand Juni 2023
 
 

 

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