Die Weihnachtsgeschichte in modernem Gewand - das Chorkonzert am 3. Advent
In diesem Jahr sollte es mal keine der klassischen Messen sein, die zumeist bedeutungsschwer die Ankunft Jesu erzählen. Dafür wurde im Hauptteil des Chorkonzertes am 3. Advent ein fast brandneues Werk vorgetragen, komponiert im Jahr 2024 von der amerikanischen Musikerin, Arrangeurin und Komponistin Mary McDonald und für Orchester bearbeitet von Ed Hogan. Der Titel "This Is Christmas" mit der Unterzeile "Celebrating Is The Heart Of Christmas" gibt bereits einen Hinweis darauf, worum es in dem Wechselspiel aus Chorgesang und gesprochenem Wort geht: Die Verkündigung der frohen Botschaft, dass der ersehnte Erlöser geboren werden soll und die anschließende Freude über die Geburt Jesu.
Chorleiter Hauke Lemberg hatte bei der Auswahl dieses Programms auch den Gedanken im Sinn, mit modernen und doch anspruchsvollen Melodien und Harmonien, in denen die musikalische Handschrift einer Amerikanerin deutlich zu erkennen ist, neue Sängerinnen und Sänger zum Chorgesang zu animieren. Angesichts vieler begeisterter Rückmeldungen zu Darbietung und Musikauswahl nach dem Konzert könnte der Gedanke sogar Früchte tragen.
Hauke Lemberg eröffnete das Konzert mit einer gänsehauterzeugenden, gefühlvollen Version des Kirchenklassikhits "Maria durch ein´ Dornwald ging".
Das Publikum wurde nach einigen Begrüßungsworten durch den angehenden Pfarrer Wolfgang Söhn vom Chorleiter zum Mitsingen zu den Klängen von "Macht hoch die Tür" aufgefordert. Es folgte ein Instrumentalstück, das lieblich-melancholische "Amerikanische Streichquartett" von Antonin Dvorák, gespielt vom Kammerorchester Weiherfeld.
Sodann wurde die Ankunft und Geburt des "Holy Child" in 10 Abschnitten gefeiert, wobei Mary McDonald, vielleicht mit einem Augenzwinkern, hier und dort bekannte Lieder wie z.B. "Oh du Fröhliche" oder "Greensleeves" in ihre Komposition eingebettet hat . Zwischen den Gesangsteilen in englischer Sprache wurde die Weihnachtsgeschichte abweichend vom amerikanischen Original von Andrea Bischoff und Boris Horner besinnlich-eindrücklich auf Deutsch vorgetragen.
Kraftvoll-dramatische bis pathetische Klänge, die die Überbringung der schwer fassbaren Botschaft des Engels Gabriel, dass Gott Maria ein Kind "beschert" hat, musikalisch ausdrücken sollen, gingen über in das typisch amerikanisch-beschwingte "He Is Born, The Holy Child" und das besinnliche Schlaflied "Sleep In Peace Tonight". In "Repeat The Sounding Joy" wird die Freude über die Ankunft des neuen Königs durch viele Wiederholungen förmlich beschworen und führt schließlich zum grandiosen Finale von "This Is Christmas Love".
Der langanhaltende Applaus des Publikums ließ die Spannung von allen Beteiligten abfallen in der Gewissheit, auch in diesem Jahr wieder einen vorweihnachtlichen Nerv getroffen zu haben.
Ralf Schultze

